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In der Saison 2022 steht mit „Nabucco“ ein zeitloses Meisterwerk von Giuseppe Verdi auf dem Spielplan.

Nabucco von Giuseppe Verdi 2022

17.11.2021

Das Werk, das bereits 1996 als überhaupt erste Oper im Steinbruch gezeigt wurde, stand zuletzt 2007 in St. Margarethen am Programm. Nun kehrt es als Neuinszenierung in die einzigartige Felsenlandschaft des Steinbruchs zurück. Premiere feiert die Produktion am 13. Juli 2022.


Die Pressemappe und Bilder der Pressekonferenz zum Downloaden finden Sie hier.


Internationales Leading Team sorgt für Operngenuss auf höchstem Niveau

Regieführen wird dabei der preisgekrönte, spanische Regisseur Francisco Negrin. Er ist sowohl in der Oper, als auch in der Welt der Stadion und Arenaveranstaltungen tätig und gilt als einer der besten Regisseure der Welt. Negrin macht in seiner Neuinszenierung den Steinbruch selbst zum Protagonisten des Geschehens: Seine Einzigartigkeit reflektiert die spezielle Weltsicht der jüdischen Gemeinschaft innerhalb der Oper, die eng mit ihrer Umwelt verbunden ist. Die Babylonier dagegen dringen in die Natur ein und zerstören sie „Das Stück handelt von einer dekadenten Gesellschaft, die Mensch und Natur zerstört. Der Steinbruch selbst ist natürlich von sich aus Teil der Natur, er ist ein Produkt der Natur. Und die jahrzehntelange Tradition, in St. Margarethen Passionsspiele aufzuführen, demonstriert ja auch, dass hier eine tiefe Verbindung zwischen Landschaft und Spirituellem existiert “, eerklärt Francisco Negrin.


Die Kritik am naturfeindlichen Lebensstil der babylonischen Gesellschaft wird auch visuell ausgedrückt: Passend zum Hintergrund vom Bühnenbild von Thanassis Demiris - der in den USA, Großbritannien und Tschechien Architektur studierte - steht im Zentrum der Bühnenkonzeption der fortschreitende Bau eines monumentalen babylonischen Palastes. Auch die teils minimalistisch-schlichten, teils futuristischen Kostüme des Kostümbildners Pepe Corzo spiegeln perfekt die verschiedenen Gesellschaften wider. Corzo bringt seine Entwürfe folgendermaßen auf den Punkt: „Das Kostümdesign orientiert sich stark an der babylonischen Kultur und Kunst, an überlieferten Beispielen von Architektur, Symbolik oder Skulpturen. In Nabucco gibt es zwei Universen: Babylon ist geprägt von Exzess, Arroganz, Macht, Größenwahn und Gier. Im Gegensatz dazu repräsentiert die jüdische Welt in der Inszenierung Schlichtheit, Verbundenheit zu Natur und Umwelt.“ Der südamerikanische Art-Director, Kostüm- und Bühnenbildner wirkte bereits an renommierten Opern- und Theaterhäusern in aller Welt. Sein Stil zeichnet sich speziell durch experimentelle, spielerische und farbenfrohe Kostümdesigns aus.


Alvise Caselatti dirigiert hochkarätiges Starensemble

Mit dem Dirigenten Alvise Caselatti steht wieder ein ausgewiesener Spezialist für italienische Opern am Pult der Oper im Steinbruch. Er ist Gründer und Musikdirektor von „Opera Italiana is in the Air“, das seit 2017 die Schönheit der italienischen Oper nmusik für jedermann zugänglich macht . Unter seiner Leitung wird das Piedra Festivalorchester und ein Ensemble aus internationalen SpitzensängerInnen die melod isch und rhythmisch mitreißende Partitur zum Lodern bringen, mit der der junge Verdi das Erbe seiner Vorgänger Rossini, Bellini und Donizetti antrat. Zuletzt hat Alvise Caselatti Nabucco mit großem Erfolg am Mariinsky Theater in St. Petersburg dirigiert.


Nabucco wird vom amerikanischen Bariton Lucas Meachem verkörpert , der sich die Partie mit Aris Argiris und Leo A n teilt. Meachem debütierte in der Spielsaison 2007/08 an der New Yorker Metropolitan Opera als General Rajewsky ( Krieg und Frieden und ist nun in der laufenden Saison als Marcello in La Bohème zu hören. Auch in Europa sang er bereits an den bedeutendsten Opernhäusern. Der Nachwuchsstar Leo An war in diesem Jahr bereits als Ping in Giacomo Puccinis Turandot in der Oper im Steinbruch zu sehen. Nabuccos Tochter Fenena verkörpern alternierend die aus Slowenien stammenden Mezzosopranistin Monika Bohinec und Marie Luise Dreßen. Monica Bohinec gilt seit der Saison 2011/2012 als unverzichtbares Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Für die Rolle der Abigaille konnten die international gefeierten Sopranistinnen Evgenia Muraveva, Ewa Płonka und Astrik Khanamiryan verpflichtet werden. Bei den Salzburger Festspielen war Muraveva u. a. 2017 als Katerina Lwowna Ismailowa ( "Lady Macbeth von Mzensk") zu erleben und sang 2019 die Titelrolle der Tosca an der Wiener Staatoper. Die polnisch amerikanische Sopranistin Ewa Płonka gab in diesem Jahr bei der erfolgreichen Turandot Inszenierung im Steinbruch St. Margarethen ihr gefeiertes Österreich Debüt und wird am 29. Dezember als Lady Macbeth an der Mailänder Scala zu sehen sein , wo sie sich Titelrolle der Verdi Oper mit Anna Netrebko teilt.

Die Partie des Ismaele wird von den Tenören Jinxu Xiaohu sowie Carlos Osuna gespielt. Beide sind Ensemblemitglieder der Wiener Staatsoper und durften unter niemand geringerem als Plácido Domingo in Verdis Macbeth wirken. Zaccaria wird von Jongmin Parkund Nicola Ulivieri intoniert. Park brillierte zuletzt in Aida an der Arena di Verona. Amélie Hois konnte für die Rolle der Anna gewonnen werden sowie Ivan Zinoviev für den Oberpriester des Baal und David Jagodic für Abdallo. Der Philharmonia Chor Wien fungiert wie in den letzten Jahren unter der bewährten Leitung von Walter Zeh.


Daniel Serafin, Künstlerischer Direktor der Oper im Steinbruch, freut sich auf die kommende Spielsaison: „Giuseppe Verdis prachtvolle Musik, eine mitreißende Geschichte und die Freude, ein hochkarätiges Ensemble präsentieren zu können, sind mein Antrieb für die kommende Spielsaison. Glauben Sie mir, diese Inszenierung von ,Nabucco‘ wird uns alle verzaubern. Gemäß den Worten ,Flieg‘, Gedanke, auf goldenen Flügeln` des berühmten Gefangenenchores ziehen unsere Gedanken schon heute in dieses einzigartige Erlebnis.


Nabucco - eine Geschichte über Vergeltung und unerschütterlichen Glauben

Mit „Nabucco“, 1841 komponiert und am 9. März 1842 Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführt, gelang Giuseppe Verdi 1842 der gro ß e Durchbruch. In kraftvollen Bildern und einprägsamen Melodien schildert der Komponist darin eine ergreifende Geschichte von Verzweiflung und Hoffnung, Größenwahn, Hass, Vergeltung, Geschwisterzwist, übergroße r Liebe und unerschütterlichem Glauben Im Kampf unterliegt d as Volk der Israeliten dem babylonischen König Nebukadnezar, genannt Nabucco. Er knechtet die Hebräer und verspottet ihren Glauben. Als Nabuccos Lieblingstochter Fenena sich aus Liebe zum jüdischen Prinzen Ismael nicht nur mit den Israeliten solidarisiert, sondern sogar ihren Glauben annimmt, wittert ihre ältere Schwester Abigail le die Chance einer Palastrevolte. Sie will sich an ihrer verhassten Schwester und an dem Prinzen, den auch Abigail begehrt, rächen. Voller Hochmut erhebt sich Nabucco zum Gott, um in alle Ewigkeit verehrt zu werden. Ein Blitz schlägt in den Palast, der größenwahnsinnige König fällt in geistige Umnachtung, und die machtbesessene Abigail le greift nach der Krone. Niemand außer Nabucco weiß, dass Abigaille unedler Abstammung ist und s o schickt sich die vermeintliche Prinzessin an, alle Spuren ihrer Geschichte zu verwischen. In einem wahren Vergeltungsrausch will Abigaille ihre Familie und das ganze israelische Volk vernichten. Den Hebräern bleibt nichts als Hoffnung...


Va, pensiero, sull’ali dorate“ „Flieg‘, Gedanke, auf goldenen Flügeln“ genau von dieser Hoffnung des Volkes Israel singt der berühmte Gefangenenchor. Als der Chor der Mailänder Scala am 1842 zum ersten Mal die berühmten Zeilen des intonierte, war ein Stüc k Musikgeschichte geschrieben. Bereits ein Jahr nach der Weltpremiere wurde Nabucco in Wien aufgeführt.